Samstag, 5. September 2015

Skandal, Skandal aus dem rassistischen Deutschland! Oder: Deutschland schafft sich ab.

Herrmann nennt Roberto Blanco "wunderbaren Neger"

Bayerns Innenminister war zu Gast in der ARD-Sendung "Hart aber Fair". SPD-Landtagsfraktionschef Rinderspacher spricht von einer "ungeheuerlichen Entgleisung". Linke fordern gar Herrmanns Rücktritt

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat in der ARD-Sendung "Hart aber Fair" den Sänger Roberto Blanco als "wunderbaren Neger" bezeichnet. In der Talkshow von Frank Plasberg diskutierten die Gäste am Montagabend über das Thema Flüchtlinge. Als "Focus"-Chefredakteur Ulrich Reitz Erfolgsgeschichten von Einwanderern einbrachte, sagte Herrmann: "Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger, der den meisten Deutschen wunderbar gefallen hat." Beim FC Bayern spielten auch eine ganze Menge mit schwarzer Hautfarbe mit, und das fänden die Fans von FC Bayern auch gut, fügte er hinzu.
Rinderspacher: Rassistische Provokation!

Die Verwendung der Bezeichnung "Neger" stieß bei SPD-Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher auf große Kritik, er sprach von einer "ungeheuerlichen Entgleisung" des CSU-Politikers. "Herr Herrmann muss sich als Innenminister bewusst sein, dass die Bezeichnung ,Neger‘ eine rassistische Provokation und Zeichen eines engstirnigen, fremdenfeindlichen Menschenbildes ist. Dafür sind schon Leute verurteilt worden", polterte Rindespacher. "Wenn ein Innenminister den inneren Zusammenhalt unseres Landes durch rassistische Ausfälle beschädigt, trägt er zu einem enthemmten fremdenfeindlichen gesellschaftlichen Klima bei." Das sei verantwortungslos und seines Amtes nicht würdig.

Im ZDF-Morgenmagazin versuchte sich Minister Herrmann heute an einer Erklärung und betonte, er habe das Wort "Neger" nur als Reaktion auf einen Einspieler benutzt. "Ich verwende das Wort Neger sonst überhaupt nicht", sagte er. "Ich habe das nur als unmittelbare Reaktion auf diese abwertende Äußerung gemacht. Wir haben auch wunderbare Mitbürger mit schwarzer Hautfarbe in Bayern." Ähnlich äußerte er sich auch bei N24.

An der scharfen Kritik an seiner Wortwahl änderte das nichts. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Jan Korte, forderte den Rücktritt des Ministers. "Der bayerische Innenminister muss die Konsequenzen ziehen und zurücktreten. Wer rassistische Sprachmuster bedient, ist eines politischen Amtes nicht würdig", sagte er. Jeder Ausländerfeind, der eine Flüchtlingsunterkunft angreife, werde von Herrmann bestärkt. "Bei diesem CSU-Mann treffen politische Einfalt und eine manifeste Abwehrhaltung gegen Flüchtlinge in einem besonderen Maße zusammen. Er ist in seinem Amt endgültig untragbar geworden." Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner warf Herrmann laut "Bild"-Zeitung die "Sensibilität einer Planierraupe" vor.
Frage auf Twitter: "Läuft das CSU-Verbotsverfahren schon?"

Im Internet brach ein wahrer Shitstorm über Herrmann herein. Einer twitterte unter dem Hashtag #Herrmann sogar: "Läuft das CSU Verbotsverfahren schon?" Ein User namens Patrick Daniel schrieb dort: "Das ist genau die Art von Rassismus, die einen am meisten sprachlos macht!" und fügt noch den Hashtag #widerlich hinzu. Der Berliner Politiker Christopher Lauer twitterte: "Merkel so: Rassismus bekämpfen - Herrmann so: Neger."

Der Angesprochene selbst, Schlager-Sänger Blanco (78), hatte derweil kein Problem mit Herrmanns Wortwahl. Er fühle sich nicht beleidigt. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass er das böse gemeint hat", sagte Blanco "Focus online". "Schlauer wäre hingegen gewesen, wenn er nicht das Wort Neger genutzt hätte, sondern Farbiger." (BSZ/dpa)

Herrmann's Erläuterung dazu:

"Ich verwende das Wort 'Neger' sonst überhaupt nicht", sagte er auf die Frage des Moderators, ob das ein Ausrutscher gewesen sei. Vielmehr sei es eine Erwiderung auf einen vorherigen Einspieler gewesen, in dem ein offensichtlich bayerischer Bürger gesagt habe "Neger will ich hier überhaupt nicht haben." Diese Aussage halte er für "völlig inakzeptabel", sagte Hermann. Das Wort "Neger" zu benutzten, sei eine "unmittelbare Reaktion auf die abwertende Äußerung" gewesen.

Freitag, 4. September 2015

Die Kirche im Dorf - oder: keine Atempause Rassismus gemacht.

Blasse Tussi und sieben Personen kleiner Größe - Lasst bitte die Kirche im Dorf!

"Viel Lärm um nichts" ist nicht nur eine Shakespeare-Komödie von 1600 um Liebeswirren, sondern auch eine zeitgenössische Debatte um ein Politikum, was keines ist. Bei political correctness geht es wie bei Fairness um Sauberkeit, und das macht Sinn. Doch wie immer und überall kann man aus einer Mücke einen Elefanten machen, und es entsteht Unsinn.

Eigentlich wollte ich nicht meinen Senf dazugeben zu einer Pseudo-Aufgeregtheit über eine poplige Soße. Da ich aber von Hinz und Kunz zu genau diesem Vorgang befragt werde, obwohl es tatsächlich wichtigere Dinge und Vorkommnisse im öffentlichen und in meinem persönlichen Leben gibt, tue ich es nun doch.


Der Vorsitzende des Forums für Sinti und Roma in Hannover hat recht, wenn  er sagt, dass das Wort "Zigeuner" rassistisch und diskriminierend ist. Das ist seit dem 19. Jahrhundert so und gipfelte in der Ermordung eben jener Minderheit in den deutschen Konzentrationslagern. Das sollten wir nie vergessen. Nun aber hinter einer zwar fragwürdigen, aber harmlosen Bezeichnung für eine rote Tunke Unheil zu wittern, halte ich für übertrieben und unangebracht. Und ich bezweifle, dass Regardo Rose den Mitgliedern seiner Volksgruppe damit einen großen Gefallen getan hat. Jene Sinti und Roma, die in Bulgarien, Rumänien, Ungarn und der Slowakei in Ghettos vegetieren (leben kann ich das nicht nennen), deren Recht auf Menschenwürde mit Füßen getreten wird, und denen es, sollten diese EU-Bürger (!!!) es wagen, in Deutschland nach einem besseren Leben zu suchen, hierzulande nicht viel besser geht, dürfte es sehr wenig interessieren, was auf einer deutschen Grillsoße steht.

Wahr ist, dass es einen Zusammenhang zwischen rassistischer Gewalt und rassistischem Sprechen gibt. Wahr ist aber auch, dass anderes Sprechen die Realität nicht ändert. Eine Umbenennung der "Zigeunersoße" ändert in keiner Weise etwas an den diskriminierenden Lebensumständen dieser Menschen oder an dem Hass, der ihnen mancherorts entgegenschlägt. Und Liebhabern dieser Soße rassistisches Gedankengut zu unterstellen, ist reichlich übertrieben. Roma und andere ethnische Minderheiten als gleichberechtigte Bürger zu integrieren wäre viel wichtiger als die derzeitige Soßen-Debatte.

Der Name "Zigeunersoße" kann meiner Meinung nach genau so wie "Zigeunermusik" ertragen werden. Denn das eine hat so wenig mit den Roma oder den Sinti oder ähnlichen Volksgruppen zu tun wie das andere. Allerdings gehen Musikproduzenten schon vorsichtiger zu Werke und greifen flugs zur englischen Bezeichnung "gypsy music", obwohl es das gleiche ist. Nur zu einem Bruchteil sind zum Beispiel Roma an dieser Musikrichtung beteiligt, viele Musiker und Komponisten kommen aus anderen gesellschaftlichen Gruppen und so ist "Zigeunermusik" eher ein Sammelsurium vieler musikalischer, stilähnlicher Strömungen. Übrigens wird "Lustig ist das Zigeunerleben", entstanden im 19. Jahrhundert, immer noch als Volkslied bezeichnet, in diversen Verzeichnissen geführt  und ist auch nicht umbenannt worden. Dabei sollte uns der Inhalt zu denken geben, denn lustig war das Zigeunerleben noch nie. Und das ist bis heute leider so geblieben. Zigeunerromantik findet nicht in den armseligen Behausungen oder bei der vergeblichen Arbeitssuche statt, sondern nur auf der Bühne beim "Zigeunerbaron".

Umbenennungen sind an der Tagesordnung, damit man in (fast) jedem Lebensbereich pc bleibt. Mohr oder Neger wird wegen seiner kolonialen beziehungsweise rassistischen Verwendung nicht mehr gebraucht und so heißen die süßen Schaumdinger heute Schaumkuss oder Schokokuss; in Österreich aus mir unerfindlichen Gründen übrigens "Schwedenbombe". Und kein Schwede regt sich auf.
Muss man Lindgren verschlimmbessern?

So richtig konsequent sind wir in unserem Streben nach political correctness aber nicht. In historischen Zusammenhängen bleibt’s mitunter nicht nur bei Zigeunern wie beim Baron, in "Carmen", beim "Glöckner von Notre Dame" und Puschkins Ballade "Zigeuner", sondern auch der "Mohr" existiert weiter wie im "Mohr von Venedig" oder in  der Oper "Aida" beim "Tanz der kleinen Mohrensklaven". Oder würde Sie lieber sagen "Tanz der kleinen Menschen mit dunkler Hautfarbe"? Der Sarotti-Mohr musste jedoch daran glauben, er wurde aufgehellt und nennt sich jetzt Magier. Auch Pipi Langstrumpf wurde "modernisiert", zumindest in Neuauflagen wurden "Neger" und "Zigeuner" aus dem Werk von Astrid Lindgren gestrichen. Meinen die Verantwortlichen, Kinder seien zu blöd, entsprechende Erklärungen von Eltern und Lehrern zu verstehen?

Unausrottbar ist das geflügelte Wort von dem Mohren, der seine Schuldigkeit getan hat, dem aber nicht gedankt wird - so jedenfalls wird es allgemein gebraucht. Kein Mensch denkt da an einen Menschen schwarzer Hautfarbe, wenn er enttäuscht in sich hineinmurmelt: "Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen", weil er den Abwasch gemacht hat und dennoch nicht von der Hausfrau geküsst wird. Die Anwender jenes Zitats stört es auch in keiner Weise, dass es falsch gebraucht wird, denn bei Schiller heißt es: "Der Mohr hat seine Arbeit getan, der Mohr kann gehen". Was aber beim Abwasch aufs Gleiche hinausläuft.

Auch andernorts treibt die Umbenennungssucht Blüten. So las ich dieser Tage, dass in einer französischen Zeitschriftenredaktion das Märchen von Schneewittchen wegen der sieben Zwerge zu Bauchschmerzen führte. Das Ergebnis der verbalen Blähungen lautete "Schneewittchen und die sieben Personen kleiner Größe". (Kleinwüchsige ging wohl auch nicht, da wäre Protest vorprogrammiert gewesen.) Dann sollte man konsequenterweise auch Schneewittchen ins Aus schicken, damit Pubertätsgestörte in der Schule keine blöden Reime mehr vor sich her grölen. Mein Vorschlag: "Blasse Tussi und die sieben Personen kleiner Größe". "Zwerg Nase" käme kürzer weg: "Winzling Zinken".

Bestimmte Wörter sind out. Neger sagt man nicht, Zigeuner sagt man nicht, Zwerg nicht und Krüppel auch nicht. Das ist beleidigend. Aber Krücke sagt man ebenfalls nicht, wie ich erfahren musste. Als ich wegen einer Fußverletzung im Sanitätshaus eine "Krücke" haben wollte, bedeutete mir die Verkäuferin mit spitzer Stimme und hochgezogenen Augenbrauen, dass der Stock (?) Gehhilfe heiße. Mir war es wurscht. Übrigens lache ich auch über Blondinenwitze, obwohl ich auch mal blond war. Zumindest als Kind.

Zurück zur Soße oder Sauce. Die als beleidigend verstandene Charakterisierung ist in anderen Zusammenhängen in vielen Gaststätten bereits der erwähnten politischen Korrektheit gewichen, aus Zigeunerschnitzel und -spießen wurden meistens Balkanspeisen. Kinderschnitzel und Seniorenteller sind geblieben, ebenso wie Bauernfrühstück und Tatarensoße. Aber Bauer ist kein Schimpfwort und Tataren fallen nicht gleich bei uns ein, weil sie sich angegriffen fühlen. So richtig fein sind einige Namen für durchaus beliebte Speisen wirklich nicht, aber niemand regt sich auf: Tote Oma, Nonnenfürzchen oder Fummeln. In Amerikaner wird weiter herzhaft hineingebissen, ebenso in Kameruner oder Berliner oder Wiener. Schwabenleder ist dagegen nicht zum Kauen geeignet, dafür gibt’s aber Penis-Pasta.

Ich höre jetzt auf mit den blödsinnigen Beispielen, sonst blasen Sie mir noch den Marsch, womöglich den Türkischen. Besinnen wir uns auf die sehr vernünftige Auffassung des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, der aus aktuellem Anlass zwar einen kritischen Umgang mit der Sprache befürwortet, vor einer dogmatischen Sprachregelung aber warnt. Deshalb heute für Sie meine ganz persönliche scharfe Soße zu allem Gegrillten. Wie Sie sie nennen, bleibt Ihnen überlassen.

Quelle: n-tv.de

Nazi im ZDF-Morgenmagazin - Moderator Jochen Beyer - ein NAZI? Unfassbare Diskriminierung

Braunes Outfit im Morgenmagazin

ZDF blamiert sich mit Entschuldigung für Moderatoren-Hemd

Moderator Jochen Breyer trug im ZDF-„Morgenmagazin“ ein olivgrünes Hemd - das am Schirm eher braun aussah. Politisch passend zu einem Hooligan-Beitrag. Schnell entschuldigte sich der öffentlich-rechtliche Sender - und zog Spott auf sich.

Wie politisch Mode sein kann, zeigte sich jüngst beim „Morgenmagazin“ des ZDF. Wie überschnell mittlerweile in Deutschland reagiert wird, zeigte der Mainzer Sender selbst mit einer übertriebenen Entschuldigung.

ZDF/ Sreenshot "Morgenmagazin"-Moderator Jochen Breyer (r.) mit einem braunwirkendem Hemd


Moderator Jochen Beyer diskutierte über das Topthema des Tages, die Hooligan- und Skinhead-Proteste gegen die Salafisten, und trug dazu ein olivgrünes Hemd. Blöd nur, dass sich das Hemd dem Zuschauer als braun darstellte. Schnell sah sich das ZDF gezwungen zu reagieren. Nicht, dass der „Morgenmagazin“-Gucker hier eine unbeabsichtigte Parallele zog.
„Wir entschuldigen uns für den entstandenen Eindruck“

So postete das Social-Media-Team des öffentlich-rechtlichen Senders eine ausführliche Entschuldigung zu dem Fauxpas auf Facebook: „Aufgrund einiger Zuschauer-Hinweise zur Kleidungswahl unseres Moderators Jochen Breyer möchten wir kurz aufklären, dass sein olivgrünes Hemd auf dem Bildschirm tatsächlich braun wirkte, dies aber von Jochen Breyer natürlich keinesfalls beabsichtigt war. Wir entschuldigen uns für den entstandenen Eindruck.“

Nun ergoss sich direkt danach die übliche Internet-Häme über die sensiblen Mainzer, die doch nur alles richtig machen wollten. User Wolfgang A. Gogolin schrieb zum Beispiel: „Die Entschuldigung genügt nicht. Das Hemd ist die größte Beleidigung seit der Nazizeit. Der Moderator ist freizustellen, der Hemdenhersteller ist zu schließen und die Fernsehgebühren sind an Israel zu überweisen. Ich bin empört.“

Kommentator G Prunus Spinosa zeigte, dass die Debatte lächerlich findet: „Würde ja gerne ein paar Zeilen dazu schreiben - muss aber dringend in den Wald das braune Laub weg räumen bevor es jemand sieht....- Man sollte die braune Farbe gänzlich verbieten in Deutschland! Milchkaffee- Rost- Erde- Rehe- das sowie das Wort "Braun" sollten Verboten werden! Eichhörnchen übrigens auch!!“

„Für einen kurzen Moment ein hitlerbartähnlicher Schatten über die Oberlippe huschte“

Auch Facebook-Nutzer Lu Fitti Ziffer machte sich mit überzogener Satire lustig: „Liebes ZDF-'Morgenmagazin', den Hinweisen einiger Zuschauer zufolge entstand der Eindruck, dass dem Moderator in der 88. Minute der heute morgen ausgestrahlten Sendung für einen kurzen Moment ein hitlerbartähnlicher Schatten über die Oberlippe huschte, eventuell erzeugt durch ein Studiomikrofon. Die unglückliche Kombination dieser beiden Fakten beunruhigt nicht nur mich und hat sicherlich bei vielen weiteren Zuschauern für Verwirrung gesorgt. Ich bitte daher um ein kurzes Statement.“

Kommentator Daniel Funke nahm gleich einen beliebten ZDF-Werbeslogan zum Anlass, etwas klarzustellen: „Liebes ZDF. Euer Spruch 'Mit dem Zweiten sieht man besser' diskriminiert alle Einäugigen und Innen. Der Zentralrat der Zyklopen verurteilt dies auf´s Schärfste! Um Entschuldigung wird gebeten!“

Andere ZDF-Zuschauer brachten sogar einen Filmhelden ins Spiel: „Darf 'Indiana Jones' noch gesendet werden? Er trägt öfter im Urwald (darf man das noch sagen?) braune Hemden! Sogar braune Lederjacken!“
ZDF auf Twitter lockerer als bei Facebook

Es gab aber auch Meinungen, die sich mit dem Thema „Mode und Politik“ ernster auseinandersetzten. Facebook-Nutzer Mario Finkbeiner meinte: „Meine Fresse, jetzt muss man sich in Deutschland schon für seine Kleidung entschuldigen... UNFASSBAR!“

Quelle: http://www.focus.de/kultur/kino_tv/morgenmagazin-hooligan-koeln-demonstration-zdf-blamiert-sich-mit-entschuldigung-fuer-braunes-hemd_id_4234661.html

Sonntag, 30. August 2015

Bezirk Reinickendorf will keine Sex-Werbung

Sex sells? Nicht in Reinickendorf! Wie schon Friedrichshain-Kreuzberg zuvor geht nun auch der Bezirk im Norden der Hauptstadt gegen sexistische Werbung vor.

Nach Friedrichshain-Kreuzberg geht auch der Bezirk Reinickendorf gegen sexistische Werbung vor. Auslöser war ein umstrittenes Saison-Motiv der Füchse Berlin im vergangenen Jahr: Es zeigte Bikini-Mädchen auf einem Geländer, davor ein Fuchs mit heraushängender Zunge. Der Handball-Bundesligist hat das Motiv inzwischen geändert.

Das Bezirksamt schrieb jetzt einen Brief an Vereine und Unternehmen, auf solche frauenfeindlichen Darstellungen in Zukunft zu verzichten. Es schade dem Image des Bezirks.

Ein Füchse-Sprecher wollte das nicht weiter kommentieren: „Zu dem Thema ist alles gesagt.“

Quelle: http://www.bz-berlin.de/

Siehe auch: Verbot von sexistischer Werbung - Wie bei den Taliban!

Montag, 24. August 2015

SOPHIA THOMALLA - Proteststurm gegen ARD-Zensur

Schauspielerin und Politiker wehren sich gegen Löschung von „Hart aber fair“ aus Mediathek

Unseriös und frauenfeindlich – so bezeichneten Frauenräte den Auftritt von Schauspielstar Sophia Thomalla (25) in der ARD-Talkshow „Hart aber fair“ zum Thema Gleichberechtigung.
Die Sendung mit Moderator Frank Plasberg (58) vom 2. März 2015 wurde vergangene Woche aus der ARD-Mediathek entfernt.

Jetzt bezieht Thomalla auf Facebook Stellung zu der Zensur. Sie postete einen Artikel, den sie für „stern.de“ geschrieben hatte: „Befremdlich und insbesondere alarmierend finde ich, dass sich eine gewisse Klientel – ach, nennen wir das Kind doch beim Namen: Frauenverbände, die leider immer noch stark durchsetzt sind mit feministischen Extremistinnen – eine Lobby aufgebaut hat, die es doch ernsthaft geschafft hat, den Rundfunkrat zu so einer Entscheidung zu bewegen.“
Thomalla fragt: „Ich habe meine Meinung geäußert – doch eine andere Institution verbietet einfach, diese weiter stehen zu lassen? Wer hat da vor was Angst? Und aus dieser Angst heraus dürfen die einfach so mit Inhalten verfahren?“

In BILD äußerte sich Thomalla am Freitag:

► „Ich als Frau soll frauenfeindlich sein? Immer wieder erstaunlich, was Frauen sich so einfallen lassen, um Frauen vor so Frauen wie mir zu beschützen. Verbote von Meinungen kenne ich eigentlich aus dem Geschichtsbuch.“

Politiker sprechen von Zensur

Aus der Politik hagelt es Kritik an der Entscheidung:

► „Wenn künftig all das entfernt wird, was irgendeinem nicht gefällt, dann haben wir bald leere Mediatheken. Ziemlich uncooles Vorgehen des WDR. Entspannt euch mal!“, sagte der innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, Burkhard Lischka, gegenüber BILD.

► Der CDU-Fraktionschef im Thüringer Landtag, Mike Mohring, sagte: „Mir fehlt jegliches Verständnis für die Zensur durch den WDR. Erst recht, da kein Verstoß gegen die Programmrichtlinien vorliegt. Auf der Höhe der Zeit scheint beim WDR auch niemand zu sein, denn auf YouTube erfreut sich die Zensursendung größerer Beliebtheit.“

► CDU-Vize Julia Klöckner, die auch der Arbeitsgruppe Medien der Fraktionsvorsitzendenkonferenz vorsteht, erklärte: „Klar ist, dass Interessensverbände im Sinne ihrer Mitglieder Fernsehsendungen beurteilen und kritisieren. Mehr als irritierend ist allerdings, wenn ein Fernsehsender daraufhin reflexartig eine Sendung aus seiner Mediathek löscht.“

► Kritik am Vorgehen des Senders kommt auch aus dessen Rundfunkrat selbst. Dieter Horky, selbst Mitglied des Gremiums für den Bundesverband Bildender Künstler, schloss sich zwar der Kritik an der Sendung an, kritisiert jedoch die Löschung: „Es war eine schlechte Sendung, einfach misslungen. Das hätte ich Herrn Plasberg in dieser Form nicht zugetraut. Aber das ist kein Grund, die Sendung aus der Mediathek zu nehmen. Wenn es um schlechte Sendungen geht, dann müsste der WDR viele Sendungen aus der Mediathek entfernen. Aber das gilt für alle Sender.“

► Die CDU-Familienpolitikerin Christina Schwarzer sagte BILD: „Das Thema Gleichstellung ist sehr wichtig, aber hier ist der Rundfunkrat vor einer bestimmten Lobbygruppe eingeknickt. Das ist nichts anderes als Zensur, dann können wir Talkshows auch gleich gänzlich abschaffen.“

Fans feiern Thomalla bei Facebook

Auf Facebook feiern die Fans der Schauspielerin jetzt ihren Protest gegen die Zensur.
Martin Gaus schreibt an Thomalla: „Alle feiern dich. Und der Frauenrat kratzt die Schulden von Alice Schwarzer zusammen“. Gero Bergmann schreibt: „Wo leben wir eigentlich, dass Verbände Sendungen im Fernsehen verbieten lassen.“
Raphael Vogt meint: „Eine Frau, die sagt, was sie denkt, sehr reflektiert ist, für ihre manchmal andere Meinung einsteht und meiner Meinung nach sehr gut in solche Runde passt. Gut, dass du dir so etwas nicht gefallen lässt. Dickes Like dafür.“

FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki (63), der ebenfalls Talkgast der gelöschten Sendung war, macht auf Facebook seiner Entrüstung über die Entscheidung des Rundfunkrates auf Facebook Luft: „Wir leben in einem freien Land, in dem es selbstverständlich sein sollte, seine Meinung auch frei zu äußern. Man musste diese Sendung nicht mögen. Aber dass sie ein Angriff auf die Gleichstellung der Geschlechter gewesen sein soll, ist Schwachsinn.“ Parteikollege Alexander Graf Lambsdorff (48) pflichtet ihm bei und findet den Vorgang „unfassbar“.

Frauenrat feiert „Ohrfeige für Plasberg“

Der Deutsche Frauenrat feiert hingegen die Entscheidung des Rundfunkrates als Erfolg. In einer Pressemitteilung spricht der Verband von einer „Ohrfeige für Plasberg“. Dass diese Sendung in den „Giftschrank“ kommt, wird vom Frauenrat hoch gelobt: Allein die Gästeauswahl sei „nicht dazu geeignet gewesen, eine faire Diskussion über Geschlechterforschung zu führen“. Das Ziel der Sendung sei gewesen, die Geschlechterforschung und Gleichstellungspolitik „lächerlich zu machen“.
Gleichzeitig werfen sie der bei Plasberg polarisierenden Autorin Birgit Kelle vor, eine Rechtspopulistin zu sein, die mit ihrem Buch „Gender Gaga“ Frank Plasberg und seine Redaktion zu jener „Ampelmännchen“-Sendung inspiriert haben soll.

Auch hierauf reagiert Kubicki mit deutlichem Unverständnis: „Frau Kelle, übrigens auch eine Frau, zur Rechtspopulistin zu erklären, nur weil sie eine andere Auffassung vertritt, spricht gegen den Frauenrat, der offensichtlich nicht mehr argumentieren, sondern nur noch denunzieren will.“
Die Denunzierte selbst sprach inzwischen von einem „Possenspiel“ einiger „weinerlicher Feministinnen“. Kelle erklärte, sie habe keinerlei Verständnis für die Entscheidung des Rundfunkrates und attackierte den Frauenrat, die Vorwürfe gegenüber der Sendung seien haltlos.

Unterstützung kommt dabei von ungewohnter Seite: Der netzpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Konstantin von Notz (44) spricht auf Twitter von Zensur: „Man kann die Plasberg-Sendung doof oder geschmacklos finden. Gern soll man sie scharf kritisieren. Zensieren sollte man sie aber keinesfalls.“

Quelle: Bild.de

Sonntag, 23. August 2015

Zensur! „Hart aber Fair“ WDR löscht Plasberg-Talk nach Sexismusvorwürfen

Der WDR hat eine Ausgabe der Talkshow „Hart aber Fair“ mit Sophia Thomalla und Wolfgang Kubicki aus der Mediathek gelöscht. Frauenverbände hatten sich über sie als sexistisch beschwert. Politiker wittern Zensur.

Sieg der Gleichberechtigung oder unerhörte Zensur? Wegen einer Beschwerde durch zahlreiche Frauenverbände und Gleichstellungsbeauftragte hat der WDR-Rundfunkrat eine Sendung der ARD-Talkshow „Hart aber fair“ aus der ARD-Mediathek entfernt. Der Vorwurf: Die Diskussion unter dem Titel „Nieder mit den Ampelmännchen – Deutschland im Gleichheitswahn?“ sei „unseriös, einseitig, völlig überzogen“ gewesen, so der deutsche Frauenrat.

Eine Beschwerde gegen die Sendung vom 2. März 2015 war zunächst gescheitert, der Rundfunkrat sah keine Verletzung der Programmgrundsätze. Trotzdem verbannte der Rat die Sendung nun aus der Öffentlichkeit, sie darf auch nicht mehr wiederholt werden. Auch der WDR-Programmausschuss sparte nicht an Kritik: „Es ist mit einem gesellschaftlichen Thema in einer unseriösen Weise umgegangen worden – nicht zuletzt durch den Moderator.“

In der Sendung hatten die Schauspielerin Sophia Thomalla, #aufschrei-Initiatorin Anne Wizorek, die Autorin Birgit Kelle und die Politiker Jürgen Kubicki (FDP) und Anton Hofreiter (Grüne) über „Genderwahnsinn“ diskutiert. Kelle, Autorin des Buchs „Gender Gaga“ wird vom Frauenrat in einer Presseerklärung zur Löschung der Sendung als „antifeministische, rechtspopulistische Autorin“ bezeichnet. Die Sendung ist derzeit noch bei Youtube verfügbar.



In der eher launigen Sendung, moderiert von Frank Plasberg, ging es unter anderen um Unisex-Toiletten, Gender-Lehrstühle und Wickeltische auf Herrenklos. Auch im Programm: Sprüche wie „Sie sehen ja schon gendermäßig“ von Kubicki in Richtung des Grünen-Fraktionschefs Anton Hofreiter.

Für die „Bild“ wird der Vorgang nun zum gefundenen Fressen. „Plasberg-Sendung mit Thomalla zensiert“ titelt das Boulevardblatt online. Genüsslich wird der erwartungsgemäß empörte Wolfgang Kubicki zitiert, der auch auf Facebook direkt nachlegte und die Löschung der Sendung als „Schwachsinn“ bezeichnete.

Weitere empörte Reaktionen aus der Politik ließen nicht lange auf sich warten. So schrieb etwa der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß auf seiner Facebook-Seite: „Zensur in Deutschland! Für manche Ziele scheint jedes Mittel recht zu sein.“. Er forderte, die Sendung wieder in die Mediathek einzustellen.

Hingegen verteidigte WDR-Programmratschefin Ruth Hieronymi ihre Entscheidung gegenüber „Bild“: „Die Auswahl der Gäste und die Gesprächsleitung waren für die Ernsthaftigkeit des Themas nicht ausreichend.“ Und der Deutsche Frauenrat verkündete per Pressemitteilung, die Beschwerdeführerinnen könnten „stolz sein“.

Quelle: http://www.handelsblatt.com/panorama/tv-film/hart-aber-fair-wdr-loescht-plasberg-talk-nach-sexismusvorwuerfen/12221064.html

Die Freude des Frauenrates über den Umgang mit einer Sendung von Plasberg finde ich unangemessen und ungehörig. Wir leben in einem freien Land, in dem es selbstverständlich sein sollte, seine Meinung auch frei zu äußern. Man musste diese Sendung nicht mögen. Aber dass sie ein Angriff auf die Gleichstellung der Geschlechter gewesen sein soll, ist Schwachsinn.
Es gibt Feministinnen, die Schaden mit ihren Aktionen den berechtigten Anliegen von Frauen mehr, als sie ahnen.
Frau Kelle, übrigens auch eine Frau, zur Rechtspopulistin zu erklären, nur weil sie eine andere Auffassung vertritt, spricht gegen den Frauenrat, der offensichtlich nicht mehr argumentieren, sondern nur noch denunzieren will.

‪#‎Zensur‬ in Deutschland! Für manche Ziele scheint jedes Mittel recht zu sein. Feministische Extremisten lassen ‪#‎Plasberg‬ Sendung löschen. Die Sendung gehört wieder in die ‪#‎ARD‬ Mediathek!

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